Wieso Artenvielfalt wichtig ist. Blogartikel wonderwell

EIN ZOO FÜR SPINNEN?

Wieso Artenvielfalt wichtig ist und was wir tun können, um diese zu erhalten.

Artenvielfalt in Gefahr

Wenn wir Westler weiterleben wie bisher, brauchen wir bald einen Zoo für Spinnen, Ameisen, Wasserflöhe oder Fliegen. Damit man mal sehen kann, wie so ein Tierchen aussah… Es sind nämlich nicht nur Elefanten, Nashörner oder Eisbären, die langsam aber sicher keinen Platz mehr in unserer Welt finden.

Vor allem den kleinsten Bewohnern des Planeten geht der Lebensraum verloren. Und wenn uns keine Spinne mehr im Bad erschreckt und keine Fliege auf den Pflaumenkuchen kackt, werden wir gar nicht so glücklich darüber sein, wie manche Spinnen- und Fliegentöter glauben. Ohne Insekten wird die Erde auch für uns unbewohnbar.

Abholzung und Zerstörung von Lebensräumen Plastikmüll im Meer Kind in Bergen von Plastik und Müll
Ökosysteme

UNSERE ÖKOSYSTEME SIND IMMER STÄRKER BESCHÄDIGT

Der Bericht zum Zustand unserer Natur, den der Weltbiodiversitätsrat im Mai 2019 vorgestellt hat, liest sich grauenvoll. 

Wertvolle Ökosysteme werden immer stärker beschädigt. 75% der Landoberfläche und 66 % der Meeresfläche sind bereits stark verändert. Über 85% der weltweiten Feuchtgebiete sind verloren. Bis zu eine Million Arten (von etwa 8 Millionen) sind in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Und sehr viele dieser Lebewesen sind winzige, ungeliebte Biester ohne Lobby.

Fliege. Auch wichtig zum Erhalt der Artenvielfalt

Wofür brauchen wir Fliegen?

Wofür diese Welt Fliegen und Käfer und all die anderen Krabbler und Flügler braucht? Weil sie von Vögeln oder Fischen gefressen werden und daher die Vögel oder Fische am Leben halten. Weil sie selber Blattläuse und Milben und Pflanzenreste und kleine Tierleichen fressen und so die Natur davor bewahren, an sich selbst zu ersticken. Weil sie Pflanzen bestäuben. Weil ihre Larven den Boden auflockern. Weil auf dieser Welt ein wunderbares Gleichgewicht herrscht und alles mit allem zusammenhängt.

WIR MENSCHEN VERÄNDERN DIE WELT

Die Ursache für das weltweite Sterben der Flora und Fauna ist der Mensch: Wir nutzen zu viel und zu intensiv Land, wir verschmutzen die Umwelt, wir verändern durch unsere Lebensweise das Klima. 

Wir, z.b., betonieren uns ein. Mehr Straßen, mehr Häuser, mehr begradigte Flüsse, mehr Lagerflächen, mehr schicke Steingärten vor jeder Villa. Rasen statt Wiese, Buchsbaum statt Obstbaum, Parkplatz statt Gebüsch und Unkraut. Da finden Wildbiene und Heuschrecke kein Zuhause mehr. Weil Lebensräume und Klima sich ändern, sterben die Tiere und Pflanzen.  Weil die Tiere und Pflanzen sterben, ändern sich Lebensräume und Klima. Und immer so weiter, weil alles mit allem zusammenhängt.

Wir, z.B., wollen viel und billiges Fleisch essen. Damit all das Schlachtvieh fett werden kann, müssen riesige Anbauflächen für Soja her. Das wird nämlich nur zum geringen Teil von menschlichen Vegetariern verzehrt, sondern dient vor allem als Tierfutter. Um diese Anbauflächen zu schaffen, rodet man in Brasilien den Regenwald. Bäume im Regenwald sind CO2-Speicher. Tötet man sie, werden große Mengen CO2 freigesetzt – bekanntlich der Stoff, der für den Treibhauseffekt und damit die Klimaveränderungen verantwortlich ist. Außerdem rülpsen und pupsen all die Tiere CO2 aus. Mehr CO2, mehr Erderwärmung, mehr weltweite Veränderung von Lebensräumen, mehr Artensterben.  

Wir, z.B., müllen die Welt mit Plastik zu. In manchen Produkte wie z.B. Zahnpasta, Kosmetika oder Putzmittel wird Mikroplastik verwendet. Andere Plastikprodukte wie Tüten, Flaschen, Zahnbürsten, Spielzeug, Autoreifen oder Textilien sondern Mikroplastik z.B. beim Waschen ab, oder das Material zerfällt im Laufe der Zeit in kleinste Plastikpartikel. Auch moderne Kläranlagen können die Teilchen nicht alle herausfiltern. Über das Abwasser und durch Flüsse gelangt die Masse dann in die Weltmeere. Und zudem schwemmen Wind und Regen auch unzerfallene Plastikprodukte ins Meer. 10 Millionen Tonnen Plastik insgesamt pro Jahr landen in den Ozeanen: 15% schwimmt auf der Oberfläche, 15% wird an die Strände geschwemmt, 70% sinkt auf den Meeresboden. Die genauen Folgen sind noch unklar. Zu beobachten ist: Der Sauerstoffgehalt der Meere verändert sich. Manche Meerestiere zeigen Verhaltensveränderungen. Fische und Vögel verhungern mit großen Plastikteilen im Magen. 

Lebensraum erhalten. Nicht nur durch ein Insektenhotel möglich

WAS JEDER EINZELNE VON UNS TUN KANN, UM DEN LEBENSRAUM FÜR ALLE TIERE - UND DAMIT AUCH FÜR UNS SELBST - ZU ERHALTEN?

Wir können anfangen, Schritt für Schritt. Bienen haben ja inzwischen schon viele Freunde gefunden. Nun braucht es, z.B., eine Initiative zur Rettung der Krabbler, um auch die Vielfalt der kleinsten Arten zu retten.

- Stellt Insektenhotels auf Eure Balkone oder ins Gärtchen.Kauft Lebensmittel bei Biobauern, die auf Pestizide verzichten und viele unterschiedliche Pflanzensorten anbauen (denn jedes Tierchen hat seine spezielle Lieblings-Nahrung und Wohn-Nische)

- Pflanzt Bäume oder unterstützt Bewaldungs-Projekte (Wald ist Lebensraum für Tiere, und die Bäume speichern CO2, welches dann nicht in der Atmosphäre landet.)

- Verzichtet möglichst oft auf Plastik – sowohl bei Verpackungen als auch bei den Inhaltsstoffen der Artikel selber.  

- Verwendet komplett in der Natur abbaubare Putzmittel, Seifen und Shampoos.

- Schlagt Euren kommunalen Politikern vor, aus Eurem Wohnort eine „insektenfreundliche Gemeinde“ zu machen, wie schon 240 andere deutsche Kommunen es versuchen.

wonderwell spendet 5% aller Einnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt. Mehr erfahren